Interessensgemeinschaft burgenländischer Wasserversorger

Wasserleitungsverband

WASSER - Not und Überfluss

Der Mensch kann ohne Strom und ohne Erdöl überleben – nicht aber ohne Wasser.

Wasser und Armut

Welchen Stellenwert hat Wasser im Leben eines Wohlstands-Westeuropäers – welchen im Leben eines Menschen in der Sahelzone ?

Für uns ist es eine Annehmlichkeit, morgens mit Wasser aus der Wasserleitung Kaffee zu kochen, zu duschen, zur Toilette zu gehen, vielleicht sogar nach der Arbeit in den hauseigenen Swimmingpool zu springen. Doch Bedeutung messen wir dieser alltäglichen Selbstverständlichkeit kaum bei, verschwenden keinen Gedanken daran, wo das Wasser herkommt und ob es genug davon gibt. Ein Mensch in einer der zahlreichen Dürregebiete dieser Erde verbringt den Großteil seines Tages mit dem Kampf um die täglich überlebensnotwendige Menge an Wasser – dieser ist noch wichtiger als die Nahrungsbeschaffung.

Die Unterschiede im Tagesverbrauch pro Person in einem Haushalt sind eklatant:

US-Amerika

425 Liter Wasser

Österreich

158 Liter Wasser

Angola

weniger als 10 Liter

Dieser Umstand hängt sicherlich auch damit zusammen, dass gerade die Ärmsten für Wasser am teuersten bezahlen müssen. So ist das Wasser in den Slums von Nairobi 10 Mal teurer als in den reichen Villenbezirken.

Handelsware Wasser

Dabei ist es gerade die westliche Wohlstandsgesellschaft, die den Großteil der Weltwasserreserven für die Herstellung ihrer Konsumgüter (auch in Drittweltländern) verbraucht. Für die Herstellung eines PKW’s benötigt man beispielsweise 400.000 Liter Wasser, für 1 Kilogramm Bananen sind es 1.000 Liter Wasser. Gerade die Landwirtschaft benötigt zwei Drittel des Trinkwassers, wobei durch defekte und ineffiziente Bewässerungssysteme weltweit ca. 60 Prozent des Wassers verloren gehen.

Westliche Großkonzerne sind es auch, die weltweit zu Gunsten des „Shareholder-Values“ (Aktionärsvermögens) Wasserressourcen ausbeuten, ohne sich um Schlagworte wie soziale Ausgeglichenheit oder gar Nachhaltigkeit zu kümmern.

Wasser und Umwelt

Keiner weiß mit Sicherheit, ob die vorausgesagte Klimakatastrophe zu einem Anstieg der Meeresspiegel und damit zu unvorstellbaren Überschwemmungen führt, oder ob eine fortschreitende Versteppung, oder gar beides zu erwarten ist. Tatsache ist jedoch, dass in jedem Fall drastische Auswirkungen auf den globalen Wasserhaushalt und damit auf die Verfügbarkeit von Trinkwasser zu erwarten sind. Hier ist ein Umdenken gefragt, damit vorhandene Wasserreserven nicht zur profitablen Handelsware degradieren. Es liegt in der Verantwortung unserer Generation die Trinkwasserreserven für unsere Enkeln und Urenkeln zu schützen und zu bewahren.